Baltrum, Anfang März 2020

Gefühlt bin ich gerade erst abgereist, nun geht es schon wieder auf die Insel. Die Anreise ist in der Zwischenzeit schon zur Gewohnheit geworden, mit dem Zug bis Norden – diesmal mit Umstieg in Bremen, lange genug um Fischbrötchen zu erwerben – warten auf den Bus, in Neßmersiel auf die Fähre, diesmal erfolgt die Ankunft mit Sonnenschein und der Vermieter wartet auch schon am Hafen.

Es ist genau die richtige Zeit um sich vor dem Abendessen noch kurz einzurichten – alles streßfrei, wie es auch sein soll. Beim letzen Aufenthalt hat es sich für mich bewährt nicht unmittelbar zum Seminar anzureisen, sondern ein paar Tage früher um auch geistig und seelisch anzukommen. So habe ich es auch diesmal gehandhabt.

Die Woche erweist sich wettertechnisch als vielversprechend, also gut dass ich ‚zufällig‘ auch eine leichte Kameraausrüstung dabei habe.

 

Die Promenade

Nachdem die Promenade sich direkt an den Hafen anschliesst und auch praktisch vor der Haustüre ist, gibt es natürlich viele Gelegenheiten mal eben ‚rüber‘ zu gehen.

Egal wie das Licht ist, aufgrund der vielfältigen Formen findet sich immer etwas.

Am Strand

Natürlich gibt es wie auf jeder richtigen Nordseeinsel auch einen Strand. Und wie überall ist man manchmal überrascht, wie viele Personen hier derJahreszeit trotzen, wo die Insel doch eigentlich einen ausgestorbenen Eindruck macht. Man ist wohl doch nicht ganz alleine.

Das Inseldorf

Auch wenn es übersichtlich ist lassen sich interessante Blickwinkel finden. Das manchmal etwas sprunghafte norddeutsche Wetter unterstützt die Suche nach neuen Ansichten.

Mitbewohner

Natürlich finden sich auch zweibeinige und flugfähige Mitbewohner. Auch wenn man bei der Beobachtung an letzerer Eigenschaft manchmal etwas zweifelt. aber irgendwann henen sie dann doch ab.

Am Morgen

In dieser Jahreszeit ist der Sonnenaufgang etwa um 7:30. Somit wird es möglich, die Blaue Stunde zu urlaubsfreundlichen Zeiten fotografisch zu dokumentieren. Es ist jedesmal ein ganz eigenes Erlebnis mit Kamera, Stativ und oft kalten Fingern das Farbenspiel zu beobachten und den richtigen Moment abzuwarten. Anschließend geht es dann in einer ganz anderen Stimmung und mit Zufriedenheit zum Frühstück. Man hat es sich ja schon verdient.

In der Dunkelheit

Zum Abschluss hat uns noch der Wichtel von Baltrum aufgesucht. Eigentlich ist es nur das Ziel, die hölzernen Wellenbrecher ohne Licht ins richtige Licht zu setzen. Nach den Erfahrungen vom letzen Besuch diesmal auch mit Blitz – aber ich fürchte da fehlt noch Übung.

Übrigens: Auf einigen Fotos ist ein heller Strich mit unterschiedlicher Länge zu sehen. Wir haben dann später gelernt, dass es ein ungewöhnlich guter Abend war, um die helle Venus zu fotografieren. Wenn auch ungewollt, die Venus ist somit auch auf den Bildern.

Während wir da so vor uns hin fotografierten, war er plötzlich im Bild, der Wichtel von Baltrum.

Dies sind meines Wissens die ersten Bilder überhaupt vom Wichtel.

The End

Nun geht es wieder zurück auf das Festland, manche Stimmen sagen in die reale Welt. Ich habe mir noch einen Tag in Norden gegönnt, da die tidenabhängige Fähre erst nach dem letzten sinnvollen Zug im Hafen einlief.

Bis hierhin haben wir nur Gerüchte von so etwas wie Corona gehört, das Abteil im Zug war mit 6 Personen voll belegt und machte somit nachdenklich. Allerdings kann sich zu diesem Zeitpunkt noch niemand vorstellen, dass zwei Wochen später alle Touristen von der Insel – wie auch von allen anderen Inseln Deutschlands inclusive Rügen – verwiesen werden um die Ansteckungsgefahr zu reduzieren. Und noch eine Woche später in der Republik flächendeckend Kontaktsperren für Gruppen ab 2 Personen ausgesprochen werden.

 

Cuxhaven im Januar 2020

Schon seit längerer Zeit habe ich die Idee, Cuxhaven im Winter zu besuchen, außerhalb der touristischen Zeit.

Mir ist vorab schon klar, dass ich auf viele touristische Einrichtungen verzichten muß. So werden sämtliche Schiffs-Rundfahrten Anfang November beendet. Egal ob dies nun die klassischen Hafenrundfahrten sind, die Fahrten zu den Seehundsbänken oder alle anderen. Auch die Überfahrten nach Neuwerk pausieren im Winter,  genaus ist die Anreise nach Helgoland nur an einige Tagen möglich.

Meine wettertechnische Erwartung gingen von Nebel oder Starkwind, leichten Sturmfluten bis zu Dauerregen aus, alles gerne auch kombiniert. Aber hierzu später mehr.

Aufgrund der geringen Besucherzahlen stellt sich sehr schnell ein entschleunigtes Gefühl ein. Zumindest ich komme dann sehr schnell in den Modus, mir die Dinge in Ruhe und intensiv anzuschauen.

Daher habe ich einige Themen aus diesen Tagen herausgegriffen, die ich nun präsentieren möchte.

Die Alte Liebe

Traditionell ist einer meiner ersten Anlaufpunkte grundsätzlich die Alte Liebe, ein ehemaliger Schiffsanleger welcher nun als Aussichtsplattform dient, neben seiner Funktion als Hafenschutz.

Meine Unterkunft war auch dieses Mal in Fußreichweite und somit bin ich teilweise mehrfach am Tag den kleinen Umweg zur Aussichtsplattform gegangen.

Hier eine Auswahl der entstandenen Bilder:

Schiffe

An einem kommt man an der See nicht vorbei, Schiffe sind überall und zu jeder Tageszeit zu sehen und zu hören. Ich werde jedesmal wieder in den Bann der Schiffe gezogen, angefangen vom kleinen Lotzenboot bis hin zu den modernsten Stahlkonstruktionen für 20.000 Cotainer. Es ist angesagt zu beobachten und auf die Wellengeräusche zu achten.

Kugelbake

Die Kugelbake als altes Seezeichen bildet heute noch die Grenze zwischen der Hohen See und dem Elb-Wasser. Schiffe ohne Hochseezulassung müssen also hier kehrt machen.

Heute kann sie aber gut auch als Größenreferenz zu den Stahl-Pötten herhalten.

Ach übriges, diese komischen kleinen Punkte an Land auf den Fotos sind Menschen. Aufgrund ihrer geradezu lächerlichen Größe aber nicht als Vergleich geeignet.

Hapag-Hallen

Cuxhaven war im Übergang vom 19. zum 20. Jahrhundert einer der führenden Auswandererhäfen, neben Bremen vermutlich der wichtigste. Allerdings gehört der Hafen zum daaligen Zeitpunkt zu Hamburg.

Die bequeme Anreise per Zug mit Haltepunkt direkt an den Abfertigungshallen erwies sich als praktisch. Insbesondere für Auswanderer aus dem westlichen Teil des damaligen Deutschen Reiches ist Cuxhaven besser zu erreichen als Hamburg, insbesondere da die Schiffsreise über die Elbe auch entfällt.

So konnten die Erste-Klasse-Passagiere direkt vom Bahnsteig in den Wartesaal mit angemessener Versorgung treten – sicherlich Sekt, vermutlich auch mit exquisiten Fisch-Häppchen – während die Reisenden der unteren Klassen schnell in die Abfertigungshallen gescheucht werden. Im Laufe der Zeit erhöht sich aber der Luxusfaktor, man konnte von der Abfertigungshalle überdacht und wettergeschützt bis zum Anleger und somit zum wartenden Schiff durchgehen.

Details

Zum Abschluss noch einige Details, welche sich verstreut immer wieder entdecken ließen.

Zu guter Letzt …

Ach ja, ich bin ja noch eine Anmerkung zum Wetter schuldig: Ein Tag etwas vernebelt, ein anderer verregnet. Der Rest der Woche war zwar Knack-Kalt, aber auch sehr sonnig. So war es teilweise möglich, mittags warm bekleidet längere Zeit auf einer Bank am Deich zu sitzen und die Umwelt zu beobachten. Im wesentlichen also Schiffe.