Das Elbsandsteingebirge

vom 27.09.2020 bis 4.10.2020

Nachdem diese Region in meiner Jugend für mich praktisch nicht erreichbar war, hat es ziemlich lange gedauert, bis ich in 2015 zum ersten Mal dort zu besuch war.

Trotz des verregneten bzw. anfangs auch verschneitem Wetter hat es mir doch so gut dort gefallen, dass ich nun wieder vor Ort war.

Die Anreise gestaltete sich noch angenehmer als 5 Jahre früher. Damals war ein Umstieg in Berlin HBF obligatorisch. Allerdings mit ausreichend Zeit, den Gleiswechsel und einen Versorgungsstop bequem zu erledigen.

Diese Verbindung wurde zwischenzeitlich optimiert, die Umstiegszeit ist nun 6 Minuten, mit einem Ebenen-Wechsel.

Aber es wurde auch eine komfortablere Verbindung eingeführt: Direkt von Köln mit IC-Doppelstock-Wagen über Braunschweig und Magdeburg nach Dresden. Dort ist dann der Umstieg in die S-Bahn, welche im 30min Takt fährt, recht bequem möglich. Und eine Verspätung macht nichts, 30min später gibt es ja die nächste Verbindung. Mit ein wenig Glück klappt es dann auch noch mit einem Super-Sparpreis der Bahn.

Vor Reisebeginn hat mich der Corona-Virus nachdenklich werden lassen, allerdings war zur Reisezeit das Elbsandsteingebirge praktisch virenfrei – anders als hinter der tschechischen Grenze – die Zugfahrt hat in recht leeren bzw. nicht ganz vollen Zügen stattgefunden. Jedenfalls hat es der Virus im Verlauf der Reise nicht geschafft mich zu erreichen.

Impressionen von Bad Schandau

Nun gut, es geht also los in Bad-Schandau, wo sich unsere Unterkunft befindet. Die Uhren ticken hier anders als in einer stets hektischen Großstadt.

Hier nun einige Impressionen:

 

Festung Königstein

In der nahen Umgebung liegt die Festung Königstein. Diesen Trutz-Bau empfinde ich als ziemlich beeindruckend, es fehlt diese Enge, welche die Ritterburgen an Rhein und Mosel auszeichnen. Aber hier im Elbsandsteingebirge hatte man ja auch einen ganzen Berg für sich, bzw. die Burg. Ein paar Eindrücke aus der Ferne, im Zugang zum Burghof und im abendlichen Dämmerlicht. Übrigens gibt es im Burg-Cafe einheimische Spezialitäten wie Quarkkeulchen für den müden Wanderer (und Fotografen).

 

Die Bastei

Natürlich gibt es Pflicht-Besuche für jeden Touristen und Fotografen, der etwas auf sich hält. Die Bastei gehört dazu. Bei Touristen ist es weniger beliebt früh aufzustehen um den Sonnenauf – bzw. Monduntergang zu erleben. Zum Zeitpunkt unseres Besuches war beides praktischerweise kurz hintereinander. Aufgrund der fortgeschrittenen Jahreszeit war es auch nicht nötig, mitten in der Nacht aufzustehen.

Also besteht die Aufgabe darin, erst einmal bei Tage die Lage zu erkunden. Hier haben die Biergärten an der Bastei schon geöffnet, sind aber keineswegs überlaufen.

Wenn der Fotograf nun weiss wie es dort aussieht und sich ’seine‘ Standpunkte ausgesucht hat, wird es ernst: die Anreise am Morgen, diesmal im Dunkeln und mit nur schwach bis gar nicht beleuchteten Wegen. Aber Taschenlampen mit LED-Technik vereinfachen das Leben doch ein wenig.

 

Nun kommen die spannenden Aussichten am frühen Morgen, an einzelnen Stellen ist erkennbar, warum ein kurzer Zeitraum in der Morgendämmerung den Namen ‚Blaue Stunde‘ hat. An anderen Stellen fehlt hingegen etwas der Durchblick, aber seht selbst:

 

Bitte weiterblättern …

Baltrum, Anfang März 2020

Gefühlt bin ich gerade erst abgereist, nun geht es schon wieder auf die Insel. Die Anreise ist in der Zwischenzeit schon zur Gewohnheit geworden, mit dem Zug bis Norden – diesmal mit Umstieg in Bremen, lange genug um Fischbrötchen zu erwerben – warten auf den Bus, in Neßmersiel auf die Fähre, diesmal erfolgt die Ankunft mit Sonnenschein und der Vermieter wartet auch schon am Hafen.

Es ist genau die richtige Zeit um sich vor dem Abendessen noch kurz einzurichten – alles streßfrei, wie es auch sein soll. Beim letzen Aufenthalt hat es sich für mich bewährt nicht unmittelbar zum Seminar anzureisen, sondern ein paar Tage früher um auch geistig und seelisch anzukommen. So habe ich es auch diesmal gehandhabt.

Die Woche erweist sich wettertechnisch als vielversprechend, also gut dass ich ‚zufällig‘ auch eine leichte Kameraausrüstung dabei habe.

 

Die Promenade

Nachdem die Promenade sich direkt an den Hafen anschliesst und auch praktisch vor der Haustüre ist, gibt es natürlich viele Gelegenheiten mal eben ‚rüber‘ zu gehen.

Egal wie das Licht ist, aufgrund der vielfältigen Formen findet sich immer etwas.

Am Strand

Natürlich gibt es wie auf jeder richtigen Nordseeinsel auch einen Strand. Und wie überall ist man manchmal überrascht, wie viele Personen hier derJahreszeit trotzen, wo die Insel doch eigentlich einen ausgestorbenen Eindruck macht. Man ist wohl doch nicht ganz alleine.

Das Inseldorf

Auch wenn es übersichtlich ist lassen sich interessante Blickwinkel finden. Das manchmal etwas sprunghafte norddeutsche Wetter unterstützt die Suche nach neuen Ansichten.

Mitbewohner

Natürlich finden sich auch zweibeinige und flugfähige Mitbewohner. Auch wenn man bei der Beobachtung an letzerer Eigenschaft manchmal etwas zweifelt. aber irgendwann henen sie dann doch ab.

Am Morgen

In dieser Jahreszeit ist der Sonnenaufgang etwa um 7:30. Somit wird es möglich, die Blaue Stunde zu urlaubsfreundlichen Zeiten fotografisch zu dokumentieren. Es ist jedesmal ein ganz eigenes Erlebnis mit Kamera, Stativ und oft kalten Fingern das Farbenspiel zu beobachten und den richtigen Moment abzuwarten. Anschließend geht es dann in einer ganz anderen Stimmung und mit Zufriedenheit zum Frühstück. Man hat es sich ja schon verdient.

In der Dunkelheit

Zum Abschluss hat uns noch der Wichtel von Baltrum aufgesucht. Eigentlich ist es nur das Ziel, die hölzernen Wellenbrecher ohne Licht ins richtige Licht zu setzen. Nach den Erfahrungen vom letzen Besuch diesmal auch mit Blitz – aber ich fürchte da fehlt noch Übung.

Übrigens: Auf einigen Fotos ist ein heller Strich mit unterschiedlicher Länge zu sehen. Wir haben dann später gelernt, dass es ein ungewöhnlich guter Abend war, um die helle Venus zu fotografieren. Wenn auch ungewollt, die Venus ist somit auch auf den Bildern.

Während wir da so vor uns hin fotografierten, war er plötzlich im Bild, der Wichtel von Baltrum.

Dies sind meines Wissens die ersten Bilder überhaupt vom Wichtel.

The End

Nun geht es wieder zurück auf das Festland, manche Stimmen sagen in die reale Welt. Ich habe mir noch einen Tag in Norden gegönnt, da die tidenabhängige Fähre erst nach dem letzten sinnvollen Zug im Hafen einlief.

Bis hierhin haben wir nur Gerüchte von so etwas wie Corona gehört, das Abteil im Zug war mit 6 Personen voll belegt und machte somit nachdenklich. Allerdings kann sich zu diesem Zeitpunkt noch niemand vorstellen, dass zwei Wochen später alle Touristen von der Insel – wie auch von allen anderen Inseln Deutschlands inclusive Rügen – verwiesen werden um die Ansteckungsgefahr zu reduzieren. Und noch eine Woche später in der Republik flächendeckend Kontaktsperren für Gruppen ab 2 Personen ausgesprochen werden.

 

Cuxhaven im Januar 2020

Schon seit längerer Zeit habe ich die Idee, Cuxhaven im Winter zu besuchen, außerhalb der touristischen Zeit.

Mir ist vorab schon klar, dass ich auf viele touristische Einrichtungen verzichten muß. So werden sämtliche Schiffs-Rundfahrten Anfang November beendet. Egal ob dies nun die klassischen Hafenrundfahrten sind, die Fahrten zu den Seehundsbänken oder alle anderen. Auch die Überfahrten nach Neuwerk pausieren im Winter,  genaus ist die Anreise nach Helgoland nur an einige Tagen möglich.

Meine wettertechnische Erwartung gingen von Nebel oder Starkwind, leichten Sturmfluten bis zu Dauerregen aus, alles gerne auch kombiniert. Aber hierzu später mehr.

Aufgrund der geringen Besucherzahlen stellt sich sehr schnell ein entschleunigtes Gefühl ein. Zumindest ich komme dann sehr schnell in den Modus, mir die Dinge in Ruhe und intensiv anzuschauen.

Daher habe ich einige Themen aus diesen Tagen herausgegriffen, die ich nun präsentieren möchte.

Die Alte Liebe

Traditionell ist einer meiner ersten Anlaufpunkte grundsätzlich die Alte Liebe, ein ehemaliger Schiffsanleger welcher nun als Aussichtsplattform dient, neben seiner Funktion als Hafenschutz.

Meine Unterkunft war auch dieses Mal in Fußreichweite und somit bin ich teilweise mehrfach am Tag den kleinen Umweg zur Aussichtsplattform gegangen.

Hier eine Auswahl der entstandenen Bilder:

Schiffe

An einem kommt man an der See nicht vorbei, Schiffe sind überall und zu jeder Tageszeit zu sehen und zu hören. Ich werde jedesmal wieder in den Bann der Schiffe gezogen, angefangen vom kleinen Lotzenboot bis hin zu den modernsten Stahlkonstruktionen für 20.000 Cotainer. Es ist angesagt zu beobachten und auf die Wellengeräusche zu achten.

Kugelbake

Die Kugelbake als altes Seezeichen bildet heute noch die Grenze zwischen der Hohen See und dem Elb-Wasser. Schiffe ohne Hochseezulassung müssen also hier kehrt machen.

Heute kann sie aber gut auch als Größenreferenz zu den Stahl-Pötten herhalten.

Ach übriges, diese komischen kleinen Punkte an Land auf den Fotos sind Menschen. Aufgrund ihrer geradezu lächerlichen Größe aber nicht als Vergleich geeignet.

Hapag-Hallen

Cuxhaven war im Übergang vom 19. zum 20. Jahrhundert einer der führenden Auswandererhäfen, neben Bremen vermutlich der wichtigste. Allerdings gehört der Hafen zum daaligen Zeitpunkt zu Hamburg.

Die bequeme Anreise per Zug mit Haltepunkt direkt an den Abfertigungshallen erwies sich als praktisch. Insbesondere für Auswanderer aus dem westlichen Teil des damaligen Deutschen Reiches ist Cuxhaven besser zu erreichen als Hamburg, insbesondere da die Schiffsreise über die Elbe auch entfällt.

So konnten die Erste-Klasse-Passagiere direkt vom Bahnsteig in den Wartesaal mit angemessener Versorgung treten – sicherlich Sekt, vermutlich auch mit exquisiten Fisch-Häppchen – während die Reisenden der unteren Klassen schnell in die Abfertigungshallen gescheucht werden. Im Laufe der Zeit erhöht sich aber der Luxusfaktor, man konnte von der Abfertigungshalle überdacht und wettergeschützt bis zum Anleger und somit zum wartenden Schiff durchgehen.

Details

Zum Abschluss noch einige Details, welche sich verstreut immer wieder entdecken ließen.

Zu guter Letzt …

Ach ja, ich bin ja noch eine Anmerkung zum Wetter schuldig: Ein Tag etwas vernebelt, ein anderer verregnet. Der Rest der Woche war zwar Knack-Kalt, aber auch sehr sonnig. So war es teilweise möglich, mittags warm bekleidet längere Zeit auf einer Bank am Deich zu sitzen und die Umwelt zu beobachten. Im wesentlichen also Schiffe.

Baltrum im Winter

Es ist mal wieder so weit. Während sich das christliche Europa langsam auf die besinnlichen Tage vorbereitet – und in Köln die 5. Jahreszeit beginnt – hat sich eine Gelegenheit gefunden, die Insel Baltrum in ihrer winterlichen Ruhe zu entdecken und erforschen.

Es gilt hier etwas ähnliches wie in Irland oder Schottland: Wenn dir das Wetter nicht gefällt, warte einfach 10 Minuten…

Bei diesem Besuch kommt die Erkenntnis hinzu, dass eine Wettervorhersage zwar einen Unterhaltungswert hat, das Wetter selber diese offenbar nicht liest.

So ist der Aufenthalt eher von milden Luftstömen und diversen Regenschauern gekennzeichnet, die Gewalt des Windes und der aufgepeitschten Nordsee haben wir ansatzweise erst zum Abschluss kennengelernt, symphatischerweise von der Sonne intensiv in Szene gesetzt.

Aufgrund der kurzen Tage ist auch die ein oder andere Aufnahme in Dämmerung oder Dunkelheit entstanden.

Nun zu den Bildern:


 

Die Fotos in Schwarz-Weiss habe ich dieses mal separat gehalten:

Masuren im Oktober 2019

Eigentlich habe ich mit dieser Gegend Europas keine familiäre oder anderweitige Verbindung. Allerdings bin ich seit der Schulzeit neugierig, wie Preußen und insbesondere das ländliche Ostpreußen sich denn wohl in den vergangenen Jahrhunderten dargestellt hat.

Erstmalig war ich im letzten Jahr zu Besuch in dieser Region mit der wunderschönen, beruhigenden Landschaft. Recht kurzfristig ist bei mir der Entschluss gereift, mir diese Gegend noch einmal anzuschauen, nicht nur in der Hoffnung auf weniger Regen. Diese Hoffnung hat sich erfüllt, manch andere auch.

Aber seht selbst.

Masurische Landschaft

Was ist die erste Reaktion, wenn das Gespräch auf Masuren kommt? Die Landschaft. Natürlich ist dies für Fotografen das Erste ‚Muss sein‘, wenn es einen schon mal hierhin verschlägt.

Im folgenden eine kleine Auswahl der entstandenen Bilder:

Details

Man scheint sich zu kennen …

Zwielichtiges

Aufgrund der Jahreszeit sind Sonnenauf- und Untergänge zu urlaubsfreundlichen Zeiten, Sonnenaufgang etwa 7:30, der Sonnenuntergang folgt etwa um 18:00. Das herbstliche Wetter ist uns im wesentlichen wohlgesonnen

Bausünden

Man kann sich vorzüglich darüber streiten, ob es nun ein ganzer Haufen gleichzeitig entstandener Bausünden ist oder als Gesamtheit sozusagen eine große Bausünde.

Es sollte nicht darüber gestritten werden, dass sich hier der Irrsinn eines menschenverachtenden Gedankengutes widerspiegelt – es geht um die Wolfsschanze, welche heute zum Gebiet Polens hört. Eigentlich war ich bei meinem ersten Besuch dort – ein Jahr zuvor – der Ansicht, das muß an aus historischen Gründen und zur Abschreckung einmal sehen, aber auch nicht öfters, Aufgrund des erheblich besseren Wetters in diesem Jahr bin ich hier wortbrüchig geworden. Ich wollte mich auch der Herausforderung stellen, diesen Größenwahn fotografisch abzubilden.

Ein Detail am Rande: Gebäude für das einfache Volk, wie beispielsweise des Fernschreib-Dienstes, bestanden aus Backstein. Um einen bestmöglichen Schutz vorzugaukeln wurde darauf eine meterdicke Betonplatte gelegt. Sicherlich ein Schutz für alles was von oben kommt, aber schon bei Detonationen neben dem Gebäude wird es kritisch, insbesondere wegen der recht großen Fensterflächen. Vermutlich war man der Einfachheit halber arrogant genug zu glauben, hier im Wald fernab von vielem sowieso nie angegriffen zu werden.

Dieser Pragmatismus galt natürlich nicht für den Wolf (=Herr Hitler) oder seine nächsten Wahnsinnigen, wie beispielsweise Herrn Göbbels. Beide hatten je einen Bunker mit mehreren Metern Betonwand in alle Richtungen.

Grafisches

Immer wieder ergibt sich die Gelegenheit zu Fotos, welche die Ruhe der Landschaft und des Alltag widerspiegeln. (bitte mit dem Pfeilen am Bildrand steuern)

Wallfahrtskirche Heiligelinde

Die Wallfahrtskirche Heiligelinde (polnisch Święta Lipka) ist ein ‚muss‘ beim Besuch der Gegend. Auch hier macht es ohne Regen mehr Spaß.

Schloss Dönhoffstädt in Drogosze

Da es zu den bekanntesten ehemals preussischen Gebäuden in Masuren gehört und sowohl beeindruckend als auch fotogen ist, geht es auch zum Schloss Dönhoffstädt. Vor der Besichtigung des ‚Lost Place‘ lädt das Wetter zu einer kurzen Wanderung um den naheliegenden See ein.

Wer etwas mehr über die Geschichte erfahren möchte, dem sei folgender Link ans Herz gelegt:

Schloss Dönhoffstädt in Drogosze:

Masurens Prachtresidenz: Schloss Dönhoffstädt in Drogosze

Hier nun eine Auswahl der entstandenen Bilder:

Der Ort Reszel (deutsch: Rößel)

Reszel ist eine Kleinstadt im Norden der Region Ermland-Masuren, etwas westlich vom Mauersee.

Interessant ist die Ortschaft, da es eine der wenigen gut erhaltenen typischen Dörfer der Region ist. Neben dem typischen Ortskern ist hier auch Burg Rößel als Blickfang zu nennen. Bei der Erforschung der Ortschaft geht es mir etwas seltsam – einerseits habe ich das Gefühl, in einer kleinen, etwas in der Zeit stehengebliebenen deutschen Ortschaft zu spazieren, andererseits sind recht fremde (polnische) Sprachfetzen und eine ebensolche Beschilderung wahrzunehmen.

Was kann ich zum Schluß als Resümee festhalten?

  • eine wunderschöne Landschaft, welche zumindest im Herbst in Ruhe versinkt
  • eine lobenswerte und bodenständige Küche
  • ich war sicherlich nicht zum letzen Mal hier

Abschließend noch ein wenig zur neueren Geschichte, zwischen 1918 und 1945:

Nach dem Ersten Weltkrieg fand aufgrund der Bestimmungen des Versailler Vertrags am 11. Juli 1920 in der Stadt eine Volksabstimmung über die zukünftige staatliche Zugehörigkeit Rößels statt. Zur Wahl standen der Verbleib in Deutschland oder der Anschluss an Polen. In Rößel, das zum Abstimmungsgebiet Allenstein gehörte, stimmten 3260 Einwohner für Ostpreußen, auf Polen entfiel keine Stimme. Im Landkreis stimmten 97,90 % der Bevölkerung für den Verbleib bei Deutschland.

Gegen Ende des Zweiten Weltkriegs besetzte am 29. Januar 1945 die Rote Armee Rößel ohne größere Kampfhandlungen. Da die Einwohner nicht evakuiert worden waren, wurden viele von ihnen Opfer gewalttätiger Übergriffe durch die sowjetischen Soldaten. Der Stadt blieb im Gegensatz zu den meisten anderen Städten in Ostpreußen eine flächendeckende Zerstörung erspart. Bald nach der Übernahme durch die Rote Armee wurde die Stadt unter polnische Verwaltung gestellt. Es begann danach der Zuzug polnischer Zivilisten. Soweit die deutschen Einwohner nicht geflohen waren, wurden sie mit Ausnahme des Krankenhauspersonals bereits am 10. Februar 1945 größtenteils aus der Stadt vertrieben.

(aus: Wikipedia, Artikel zu Reszel)

Der Süden von Irland 2019

Nachdem mir die erste Tour in den Westen von Irland richtig Spaß gemacht hat ist nun der Süden von Irland an der Reihe, ausgehend vom Hotel im zentral gelegenen Killarney geht es nicht nur in die nähere Umgebung, sondern auch auf den Ring of Kerry, nach Dingle und auf die gleichnamige Halbinsel über den ‚Wild Atlantic Way‘.

Erster Tag

Aber jetzt beginne ich erst einmal am Anfang der Geschichte. Nachdem wir uns am Vorabend in Dublin im Hotel getroffen und teilweise neu kennengelernt haben, geht es heute auf den Weg nach Killarney. Das Wetter ist typisch irisch durchwachsen und feucht. Zur Auflockerung der doch recht langen Fahrt halten wir am Rock of Cashel, neben dem kurzen Fotostopp für die Aufnahmen aus der Ferne besichtigen wir auch die verfallene ehemalige Festung und lernen anschließend die irische Gastfreundschaft in einem nahelegegenen Imbiss kennen. Der Test ergibt: Die Iren schließen sich nicht an die britische Tradition an, möglichst geschmacklos zu kochen.

Bevor es nun zu den Bildern geht,  erst einmal ein wenig zur Geschichte der Festung: Diese wurde ursprünglich etwa im 4. Jhr. gebaut und war Sitz der Könige von Munster. Schon im 5. Jhr. wurde die Festung auch zum Bischofssitz. Im Jahre 1749 wurde das Dach der Kirche entfernt, welche seit dieser Zeit dem Verfall preisgegeben ist.

Nun zu den Bildern von der Kirche und dem Gelände.

Zweiter Tag

Da der Wetterbericht für den zweiten Tag selbst für irische Verhältnisse feucht werden sollte, erkunden wir die nähere Umgebung mit der Option, bei Bedarf schnell in unsere Unterkunft zu kommen. Der Killarney-Nationalpark ist somit ein praktisches Ziel.

Zuerst steht der Wasserfall von Torc auf dem Plan. Hier haben wir die Möglichkeit, uns intensiv mit dem Wasserfall und unserem Wissen zur technischen Umsetzung zu befasen – kurz, geistig in den Foto-Modus umzuschalten. Dies gelingt uns überraschenderweise ohne nass zu werden.

Unser nächstes Ziel ist der Ladies View, hier werden wir schon gelassener bei gelegentlichen Regentropfen.

Nun geht es durch das Black Valley und Gap of Dunloe zurück nach Killarney. Unterbrochen von einer Mittagspause in einer Vereinigung von Pub, Imbiss und Andenkenladen die urplötzlich aus dem Nichts der Wildnis heraus erscheint. Auch hier erweist sich die Küche als schmackhaft – und der Lachs als recht preiswert.  Letzterer ist vermutlich nicht aus einer norwegischen Lachszucht importiert. Ich nutze die Gelegenheit, mit eine typisch irische Kappe zuzulegen – natürlich aus reiner Wolle.

 

Abends nutzen wir die Gelegenheit zu einem Stadtbummel mit Pub-Besuch in Killarney. Livemusik gibt es nicht nur im Pub, sondern auch auf der Straße.

Dritter Tag

Nachdem der gestrige Wetterbericht doch zu pessimistisch war, werden wir heute mutiger. Zuerst geht es – nach einer kurzen Wanderung durch die umliegenden Weide-Gebiete – zur Muckross Abbey, in der man sich fotografisch austoben kann, aufgrund der schlechten Lichverhältnisse überwiegend mit Stativ. Auch hier bewährt es sich, den Wetterbericht nicht allzu ernst zu nehmen.

Nun folgt eine leichte Wanderung den Muckross-Lake entlang zu Dinis Cottage und ‚Meeting of the waters‘. Unterwegs ergibt sich des öfteren die Gelegenheit zu dem ein oder anderen Foto.

 

Da sich nun aber der Wetterbericht in Realität verwandelt, fahren wir zurück zum Hotel um den einsetzenden Starkregen aus einer trockenen Position zu betrachten.

Abends findet sich die Gelegenheit zu Aufnahmen am nahen Ross Castle. Dies wird touristenfreundlich beleuchtet.

Vierter Tag

Heute steht der Ring of Kerry auf dem Programm. Erster Stop ist ein schöner Blick über die Landschaft, erweitert um Verkaufsstände. Wer nicht selbst fotografieren mächte kann hier direkt Fotos von einem örtlichen Fotografen erstehen – übrigens sind dies Aufnahmen erheblich über Postkartenniveau. Er hat aber etwas zurückhaltend geschaut, als er unsere Kameras bzw. das aufgeschraubte Glas registriert hat. Vermutlich in der Ahnung, kein Geschäft zu machen.

Alternativ kann der Besucher sich auch mit einer Imitation der Bremer Stadtmusikanten ablichten – Hund schläft auf Esel.

Ebenso kann örtliche Marmelade erstanden werden. Interessant war es zu beobachten, wie der durchschnittliche Bus-Tourist diesen Stop erlegt: Es macht ‚Wusch‘, plötzlich steht die komplette Besetzung eines Busses auf dem kleinen Platz, es macht hunderfach ‚Klick-Klick‘ und keine 10 Minuten nach Ankunft ist der Platz wieder leer, von den Verkäufern (und uns) mal abgesehen. Aber das nächste ‚Wusch‘ ist schon auf der Anfahrt …

Der erste richtige Stopp findet am Rossbeigh Strand statt, hier konnten wir die irische Regel verifizieren ‚wenn dir das Wetter nicht gefällt, warte 10 Minuten‘. Nach 5 Minuten wurde es schlagartig und kräftig von oben nass, nur um 10 Minuten später wieder zum fotografieren aufzufordern.

 

Unser nächstes Ziel war Bray Head auf Valentia Island.

Auf dem Weg hierhin konnten wir sowohl eine photogene Brücke als auch ein Boot finden, welche wir beide bei guten Licht untersuchen können.

 

Auch am Ziel in Bray Head können wir die irische Regel erkennen, in der einen Minute konnten wir nicht die Wagentüre öffnen ohne Gefahr zu laufen, dass diese durch den Wind abgerissen wird, während wir 5 Minuten später bei Sonnenschein und durch den Regen gereinigten, durch die Gischt aber wieder etwas gesättigte Luft die kräftigten Farben in Bilder verpacken können.

Nun geht es über die stürmischen ‚Cliffs of Kerry‘ mit einem leckeren Kakao über St Finians Bay mit einer aufgewühlten See und dem Abendessen  im Stone House Restaurant in Sneem mit seinen bunten Häusern zurück ins Hotel.

Fünfter Tag

Heute erkunden wir die Halbinsel von Dingle. Der erste Stopp ist die Killagha-Abbey mit ihrem alten irische Friedhof. Beides können wir bei guten Beleuchtung mit sonnenbedingten Kontrasten ablichten.

 

An dem touristisch orientierten Dingle vorbei geht es nun über den Slea Head Drive. Vor dem Aufstieg zum Clogher Head stärken wir uns noch in einem kleinen aber schnuckeligem Kaffee. Den Nachmittag nutzen wir zur Erkundung des Panoramas rund um den Clogher Head mit der aufgewühlten See.

 
 

Unser letzer Stopp ist der Inch Beach, den einige als Abschluß der Reise nur genossen haben ohne zu überlegen, welche Fotos man hier noch machen könnte.

Sechster Tag

Heute steht die recht unspektakuläre Rückfahrt nach Dublin an, bemerkenswert ist nur die besuchte Raststätte, Obama-Cafe in Moneygall. Der gleichnamige ehemalige US-Präsident war hier bei der Suche nach seinen Ahnen kurz zu Besuch – Anlaß genug das Cafe entsprechend umzutaufen.

Wir nutzen die Gelegenheit, abends in Dublin die Temple-Bar und deren Umgebung zu besuchen und in Bilder zu fassen. Den krönenden Abschluß der Reise  bildet der Besuch im recht noblen Restaurant ‚Morelands Grill‘.

 


Zum Abschluß noch das Zitat der Woche:

‚Man kann den Esel zum Brunnen führen, saufen muss er selber‘

(alte luxemburgische Weisheit)


 

— ENDE —

 

 

Das Bardentreffen in Nürnberg, Juli 2019

Zum Abschluss der Sommerferien in Bayern gibt es auch in diesem Jahr ein Bardentreffen in Nürnberg. Beim Eintreffen fühle ich mich schon irgendwie zuhause. Die Bühnen befinden sich an den bewährten Lokationen, die Versorgungsstände folgen diesem Konzept.

Der erste Tag

Heute, am Freitag wird das Bardentreffen eröffnet. Bei Bayrischem Himmel (in Blau-Weiss) kann ich schon mal zum Hauptmarkt schlendern und beobachten wie sich der Platz ganz langsam füllt. Ebenso sind einige Strassenmusikanten zu beobachten, die auf das kommende Treiben aufmerksam machen.

 

Das Initial-Konzert auf dem Hauptmarkt wird von der Gruppe Ladysmith Black Mambazo gegeben, einer Gruppe aus Südafrika, welche 1964 gegründet wurde und bis heute eine reine Männergruppe ist.

Von dieser Musik ließ sich Paul Simon für sein Album Graceland inspirieren.

Boygroup ist hier definitiv der falsche Ausdruck, da einige der aktuellen Mitglieder durchaus im Rentenalter sind, beispielsweise über 60 Jahre oder (Zitat) ‚Ich weiss nicht so genau wie alt ich bin, vor etwa 15 Jahren habe ich mit 70 aufgehört zu zählen‘.

https://www.mambazo.com/welcome_to_ladysmith_black_mambazo/

 

Der zweite Tag

Da die Bühnen-Konzerte erst nachmittags beginnen besteht vormittag die Gelegenheit den zahllosen Strassenmusikern zu lauschen, welche sich in der Fussgängerzone von Nürnberg verteilen.

Als erstes fällt mir ein Duo mit Gitarre und Klarinette auf, welches vor der Lorenzkirche spielt.

Hier treten aber schon ‚alte‘ Bekannte in Erscheinung, welche die Musik tänzerisch begleiten und scheinbar in sich versunken sind. Dies ist der Beginn vieler Begegnungen mit dem Grundsatz ‚Huch, die kenne ich doch‘. Offensichtlich haben mich einige Musiker auch wiedererkannt: ‚Du hast doch im letzen Jahr schon fotografiert‘. Nun gut, dies konnte ich nicht leugnen.

Direkt nebenan spielt auch schon der nächste Bekannte, Leo Khenkin, diesmal als Duo.

Über das nun folgende Wiedersehen habe ich mich aufgrund der Musik sehr gefreut, ein Interpret von Leonard Cohen, gekleidet als Cowboy: Gerald George Kettel. Auch diesmal war dieses Konzert sehr beeindruckend.

Weitere Informationen unter https://kettelbeat.com/


 

Am Nachmittag kommt es nun zum Konzert am Sebalder Platz mit Jon Flemming Ohlsen.

 

Der aufmerksame Zuschauer ist übrigens Oliver Brodt, einem der Moderatoren von ‚Ihr Webradio‘, In dieser Eigenschaft hat er auch ein Interview mit Jon Flemming Ohlsen geführt.

 

Der Rest des Tages dient dazu, die Musik und die mediterrane Stimmung zu genießen ohne fotografische Dokumentation.

Der dritte Tag

Am heutigen Sonntag sind wieder einige noch unbekannte Straßenmusiker zu entdecken. Zuerst konnte ich aufgrund der unbändigen Lautstärke eine Gruppe junger klassischer Sänger entdecken, welche im Stil des Don-Kosakken Chors oder auch Ivan Rebroff sehr beeindruckend singen. Auch wenn die Fotos eher nach Krawall aussehen, das Konzert hat Spaß gemacht.

Direkt nebenan macht sich auch – allerdings elektronisch unterstützt – eine Bob Marley- Imitation fertig. Optisch, also fotografisch, sehr lohnend, allerdings war die Musik doch eher eine Empfehlung dafür mal zu schauen was die anderen Straßenmusiker so machen …

Und es finden sich wieder Bekannte: Eine Gruppe traditioneller japanischer Musiker.

 

So, für den Rest des Tages bleibt die Kamera wieder in der Tasche, denn ich war nicht alleine vor Ort. So können wir am Hauptmarkt mit Musikuntermalung ein längeres Schwätzchen halten. 

Leider setzt im Laufe des Nachmittags Nieselregen ein, welcher sich bis zum Abend in einen Sommerregen verwandelt. Daher besteht die Wahl, sich die Musik im Trockenen anzuhören oder vor der Bühne fotografierend nass zu werden.

Aufgrund meines fortgeschrittenen Alters habe ich mich recht zügig  für die erste Variante entschieden.

Somit ist der Bericht vom Bardentreffen auch schon wieder beendet.  Es wird aber bestimmt nicht der letzte Bericht aus Nürnberg gewesen sein, das Jahr 2020 wartet schon auf Fotos vom Bardentreffen.

 

 

Trier im Juli 2019

Hier findet Ihr die Bilder eines kleinen Ausfluges nach Trier. Da  die Hauptbeschäftigung in dieser Zeit eine andere war, gibt es nur Bilder vom Dom zu Trier und von der Führung über ein Weingut.

Wie man sieht ist das Wetter geradezu vorbildlich, und die Stadt macht einen mediterranen Eindruck.

Aber seht selbst:

Georgien im Mai 2019, Teil 2

Hier nun ein weiterer Teil des Georgien-Reiseberichtes.

Während der Erstellung des Textes und insbesondere Nachbearbeitung der Bilder ist mir eindringlich klar geworden, dass in 2 Wochen doch recht viele Bilder entstehen, die sortiert und überarbeitet werden wollen.

Tag 5

So, nachdem wir uns in Tblisi, der näheren Umgebung und insbesonders unserem schönen Hotel gut eingelebt haben geht es nun wieder ins Unbekannte. Es steht der Kleine Kaukasus im südlichen Teil des Landes auf dem Programm. Die Grenze zur Türkei ist in Reichweite.

Aufgrund der umfangreichen Tages-Besichtigungen steht auch eine Zwischenetappe auf dem Programm, in Bakurani, einem aufstrebenden Wintersportort.

Der erste Zwischenstopp ist in Upliziche, einer Höhlenstadt wie sie uns insbesondere aus der Türkei im Gedächtnis sind – aber das ist ja nur einen Steinwurf weg. Ein Teil des Berges ist aufgrund von Erdbeben und Erosion abgerutscht, so sind die ehemaligen Höhlenräume teilweise bei Tageslicht zu besichtigen.

Für mich interessant ist die Tatsache, dass der als Grundlage dienende Sandstein zwar einen rutschigen Eindruck macht, aber beim Begehen den Besucher auch auf Schrägen absolut zuverlässig festhält, es fühlt sich an wie festgeklebt. Dies soll auch bei Regen so bleiben, aufgrund des schönen Wetters haben wir dies nicht überprüfen können.

Gori

Aber der nächste Tagesordnungspunkt ist die Stadt Gori, der Geburtsort Stalins. Dies ist auch unschwer an diversen Straßenständen mit entsprechenden Angeboten, einer Statue, einem Museum, dem Elternhaus Stalins und den anderen üblichen touristischen Angeboten zu erkennen. Es gibt sogar so etwas wie ‚Stalin-Wein‘, oder es könnte auch Sekt gewesen sein. Hier lernt man auch eine etwas andere Seite Stalins kennen, die mehr seine jungen Jahre widerspiegelt. Für uns westeuropäisch geprägten Besucher bleiben aber seine Aktionen im und nach dem Weltkrieg tief ins Gedächtnis eingebrannt.

Zumindest zu meiner Überraschung gab es vor dem Museum so etwas wie eine Erinnerungs-Demonstration von Anhängern. Es ist der 9. Mai, der Jahrestag des ersten Friedenstages in Europa von 1945. Dieser Tag ist in Georgien – zumindest in diesem Jahr – ein Feiertag, was auch unserer einheimischen Reiseleitung bis zum Morgen nicht wirklich bewußt war.

Borjomi

Als nächstes geht es zum Kurpark in Borjomi, offensichlich touristisch geprägt mit einer Heilquelle, die auch gekostet werden kann. Natürlich auch mit Versorgungsmöglichkeit für den täglichen Bedarf.

Bakuriani

Das Wintersporthotel in Bakuriani macht einen etwas verlassenen Eindruck, anfänglich habe ich den Eindruck, dass unser Gruppe die einzigen Gäste darstellen, morgens finden sich aber noch weitere Gäste zum Frühstück ein. Beeindruckend ist der Blick ins Tal, insbesondere der langsam den Berg aufsteigenden Nebel ist beeindruckend – zumindest bis zu dem Zeitpunkt, wo er auch uns und die wärmende Sonne verschluckt.

Tag 6

Am nächsten Tag geht es nun zu unserem eigendlichem Ziel – Valodia’s Cottage, welches uns als Basis für die Tagesausflüge dient

Natürlich stehen auch hier wieder Zwischenstopps auf dem Programm, der erste ist die Festung Rabati in der Stadt Achalziche. Die Festung ist aktuell ein Museum.

Hängebrücken und Festung Khvertvis

Weitere Stopps legen wir bei 2 Hängebrücken ein, welche bei Nutzung eine gewisse Schwingungsdynamik entwickeln. Gewöhnungsbedürftig, aber lustig.

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Tal der Kura

Auf diese Weise können wir uns auch die Festung Khvertvis zumindest von der Ferne anschauen, bevor wir – mit einem letzten kurzen Zwischenstopp im Tal der Kura – unsere heutige Unterkunft – Valodia’s Cottage – erreichen.

Wir sind nun ziemlich genau 8km von der türkischen Grenze entfernt.

Am ersten Abend erwartet uns hier eine Forelle, die bei unserer Ankunft 2 Stunden vorher vermutlich noch in ihrem Teich herumschwamm. Es gibt doch nichts besseres als praktisch frische Lebensmittel.

Tag 7

Heute wird es etwas ruhiger, aber trotzdem interessant und spannend.

Vormittags, geht es zu einer weiteren Höhlenstadt, hier gibt es einen Rundweg durch die gesamte Anlage, neben Wohnräumen sind auch ganze Kirchen in den Berg gegraben worden. An der ein oder anderen Stelle muß der Besucher feststellen, dass die Menschen damals vor Ort offensichtlich kleiner waren als die heutigen Europäer.

Dies fällt insbesondere beim Rückweg von der Höhe der Anlage zum Straßenniveau auf. Es geht durch eine Art Höhlengang mit Treppenstufen, auch gut beleuchtet, leider aber für Personen gebaut welche offensichtlich kleiner als 1,70m sein müssen. Und Geländer zum Ausgleich dieser Schwierigkeiten werden vorsichtshalber gar nicht erst montiert. An einigen Stellen hatte ich den Eindruck, sich einfach hinlegen und herunterrollen ist das bessere Konzept.

Uns bleibt ein Mißgeschick erspart, welches offenbar einem der früher absteigenden Besuchern an diesem Tag passiert ist: Er (oder Sie) haben sich den Kopf offensichtlich deutlich am Stein gestoßen und es gab auf dem ganzen Rest des Abstiegs immer wieder Blutspuren.

Nachmittags wurden uns einige fotografischen Themen etwas erläutert, und abschließend hat sich unsere Reiseleitung als Versuchsobjekt zur Portraitfotografie geopfert.

Heute abend gibt es Schaschlik, Wein und TschaTscha – den ortsüblichen Trester. Alles vor Ort produziert, das zu Schaschlik gewordene Schwein war bis vor Kurzem offenbar auch noch glücklich. Seine Artgenossen laufen weiter im Stall ein paar Meter weiter – zumindest bis zum nächsten Schaschlik.

Tag 8

Es geht heute ohne Zwischenstopp zurück nach Tbilisi. Insgesamt sind es knapp 270 Kilometer, mit deutlich weniger Foto-Stopps als auf dem Hinweg. Um etwas Abwechslung in die Sache zu bringen haben wir auch einen anderen Weg gewählt und somit nicht nur Bekanntes gesehen.

Der erste Stopp ist ein Eisenbahnwagon, welcher über einen Fluß gelegt ist. Das ursprüngliche Konzept war es wohl, ein Cafe für Touristen dort einzurichten. Aber das hat ebensowenig funktioniert wie mit der ein oder anderen Autobahnbrücke ohne Autobahn in der Eifel.

Kloster Poka St. Nino

Dieses Kloster ist sehr bescheiden mit einem kleinen Shop und einer Klosterkirche, welche von Außen fast als Wohngebäude durchgeht.

Aber die Nonnen sind sehr touristisch orientiert, die Toilettenlage ist nagelneu und wirklich ansprechend.

Landbevölkerung und Landschaft

Im weiteren Verlauf der Fahrt gibt es mehrere kurze Stops für Landschaftsaufnahmen, auch mit Blick auf die neue Variante der Seidenstrasse, diesmal auf Schienen. So steht im wahrhaftigen Nichts ein beeindruckender Umladebahnhof, auch zur Überwindung der diversen Spurweiten

Kirche am See am Kleinen Kaukasus

Und noch ein Stopp an einem See mit einer Art Kapelle davor. Einer der letzen Blicke auf den kleinen Kaukasus, bevor letzterer im Dauerregen versank.

Danksagung

Ein Dank an unseren Fahrer, welcher diese Rückfahrt sicher und sorgfältig abgespult hat, weite Strecken über verregnete Schotterpisten. Er hat mir stellenweise leid getan, wir mussten ja im Gegensatz dazu nichts anderes tun als im Bus unseren Gedanken nachgehen.

Wie sich später herausstellte, war dies der einzige richtig lang andauernde Regen während der ganzen Reise. Gutes Timing.

Natürlich gibt es zum Abendessen Spieße auf einer Veranda mit Blick auf Tiflis.

 

So, jetzt fehlt nur noch Teil 3 des Reiseblogs. Folgt demnächst …

Georgien im Mai 2019, Teil 1

Die übliche Reaktion auf die Ansage ‚Ich besuche Georgien‘ lautet ‚Wo ist das denn?‘. Alternativen hierzu sind ‚Was macht man da?‘, oder ‚haben die nicht Krieg mit Russland?‘ oder ähnliches.

Abgesehen von den Kriegsbefürchtungen (der Kurz-Krieg fand 2008 statt) habe ich mir zu Beginn ähnliche Fragen gestellt. Auch wenn mir letzendlich nicht wirklich klar war was mich erwarten würde, habe ich mich dann doch zu der Reise entschlossen. Und um es vorweg zu nehmen, ich bin nach der Rückkehr begeistert von Land und Menschen.

Aber nun mal langsam und von vorne:

Los geht es per Turkish Airlines von Köln nach Tiflis mit Zwischenstopp in Istanbul. So habe ich das Glück, den neuen Flughafen von Istanbul direkt mal kennenzulernen. Die ursprüngliche Buchung lautete zwar noch auf ‚Atatürk-Airport, Istanbul‘, einige Wochen vor Abflug wurde dies jedoch offiziell angepasst.

Was ist das wesentliche Merkmal des neuen Flughafens? Man fährt mit dem Flugzeug ca. 20 Minuten über die Landebahnen, bevor man schließlich am Terminal ‚andockt‘. Beim Rückflug nach Köln waren es sogar 35 Minuten.

Aber eigentlich geht es ja um Tiflis und Georgien:

Die Ankunft war unspektakulär um 3:05 Ortszeit, die Kontrollen waren unkompliziert, schnell und ausgesprochen freundlich – meine Grenzbeamtin hat sogar deutsch mit mir gesprochen – so fühlt man sich willkommen! Und Dank der Zeitverschiebung von 2h war das auch alles nicht so schlimm.

Der Abholservice hat auch einwandfrei funktioniert, und hier haben wir auch unsere örtliche Reiseleitung kennengelernt, welche in den nächsten 2 Wochen Ihre Geduld an uns üben durfte – TiKa. Und soviel vorab: Das ist ihr vorbildlich gelungen.

Tag 1

Naturgemäß geht es am nächsten Tag (ach nee, es ist ja derselbe) mit einem späteren Frühstück los und auch zu einer ersten Runde um die nähere Umgebung des ruhig gelegenen Hotels zu erkunden.

Zuerst ging es vom Hotel ‚ins Tal‘ auf die Rustawelli-Strasse, welche wir dann in beide Richtungen erkundet haben, Geld getauscht, die ersten Georgischen Spezialitäten kennengelernt haben und vieles andere mehr. Nach dem Abstecher zum Vera-Park ging es in die andere Richtung über eine ehemalige Seilbahn-Station welche aktuell Austellungsraum für ein Foto-Festival bot bis zur nächsten U-Bahn Station. Dieses Abenteuer dürfen wir uns natürlich nicht entgehen lassen.

Insgesamt entsprechen die Erfahrungen dem Klischee, welches sich in unseren Köpfen von sowjetischen U-Bahnen im Allgemeinen und Moskauer Bahnen im speziellen festgesetzt haben: Es geht sehr tief unter die Erde und dort findet man geradezu unterirdische Hallen zum Zweck des Ein- und Ausstieges. Bei einer späteren Fahrt haben wir festgestellt, dass die – recht schnelle – Rolltreppe 2 Minuten braucht um den Weg zurückzulegen.

Hier nun die Bilder:

Tag 2

Heute ist der erste ’normale‘ Tag mit ausreichend Schlaf, der Weg zum Frühstücksbuffet ist schon bekannt. Frisch gestärkt werden wir von TiKa pünktich im Hotel abgeholt.

Wie es sich herausstellt, werden die heutigen Schwerpunkte auf historischen Treppenhäusern und den in Georgien typischen Hinterhöfe – oder besser Innenhöfe – liegen. Während des Spazierganges wird auch der Kontrast zwischen schon in touristischem Sinne renovierten Gegenden und den noch im ursprünglichen Zustand verbliebenen Straßen und Plätze klar.

Und um es klar herauszustellen: Sowohl die Treppenhäuser als auch die Höfe gehören zum normalen Leben, stellen also keine sogenannten ‚Lost Places‘ dar.

Treppenhäuser

Erst einmal einen Überblick über die verschiedenen Treppenhäuser:

Innenhöfe

Die Innenhöfe erweisen sich  auch als recht spannend: Vom hektischen und lauten Straßenleben tritt man durch einen – meist unscheinbaren – Hofeingang in eine parallele Welt ein. Es herrscht unmittelbar eine angenehme Ruhe, durch die überall vorhandenen Pflanzen tritt auch eine gewisse angenehme Kühle ein.

Von den Menschen dort werden wir – immerhin 12 Personen mit Kameras auf einen Schlag – vorsichtig und neugierig empfangen. Es entstehen sofort Gespräche, in Abhängigkeit von den georgischen Sprachkenntnissen des Einzelnen. An einer Stelle wollten die Bewohnen extra ihre Wäsche abhängen, damit wir besser fotografieren können.

Bei mir selbst musste ich einen Zwiespalt feststellen wie ich mit der Situation umgehen sollte. Einerseits wurden wir sehr freundlich aufgenommen, andererseits habe ich mich wie ein Voyeur gefühlt, der in fremde Wohnzimmer schaut und den vorhandenen Lebensraum der Menschen als exotische Erscheinung fotografiert. Diesen Zwiepalt konnte ich für mich nicht auflösen – aber vielleicht bin ich nur zu tief in unserer Westeuropäischen Gedankenwelt verwurzelt. Ich weiß es nicht.

Hier nun einige Bilder der Innenhöfe:

Auf der Straße

Und zum Schluss noch einige Straßenbilder, auch den Kontrast zwischen Tradition und Moderne darstellend:

 

Tag 3

Am 3. Tag sind wir zum erstem Mal mit dem Bus unterwegs, welcher uns samt Fahrer die nächsten Tage durch Georgien transportieren wird.

Das Jvari-Kloster

Das erste Ziel ist die Jvari-Kirche (auch Dschwari-Kloster), einem christlich-orthodoxen Kloster welches im 6. Jahrhundert erbaut wurde und sich in der Nähe der Stadt Mzcheta befindet, welche von den beiden Flüssen Aragwi und Kura durchflossen wird. Mzcheta ist die alte Hauptstadt Georgiens und hat diese Aufgabe bis ins 6. Jahrhundert übernommen.

Nach den ganzen Tagen, in denen wir uns auf den eigenen Füßen fortbewegt haben ist die Busfahrt eine angenehme Erleichterung.

Die Swetizchoweli Kathedrale

Nun geht es wieder ins Tal zur Swetizchoweli Kathedrale aus dem 11. Jahrhundert. Die Wehranlagen um die Kirche herum diente militärischen Verteidigungszwecken und wurde 1787 wurden unter König Irakli II. rund um die Kirche gebaut. An den touuristischen Angeboten und der Touristenmenge erkennt man, dass es sich um die Hauptkirche der georgisch-orthodoxen Apostelkirche handelt.

Shooting mit Rus Ka

So, nach einer Pause mit Stärkung steht ein Shooting mit Rus Ka auf einem zwar alten, aber in Betrieb befindlichen Bahnhof an.

(mit freundlicher Genehmigung von Rus Ka)

Fahrt zu den Salzseen

Der letzte Punkt der Tagesordnung ist die Fahrt zu den Salzseen und nach Udnabo. Auf dem Weg dorthin gibt es noch den ein oder anderen Fotostop bei vollkommen überraschten Schäfern und deren Hunden. Letzere waren durch Streicheleinheiten schnell zur Freundschaft zu bewegen.

Nach kurzer Sichtung der Lage und der Feststellung, dass der Sonnenuntergang noch lange auf sich warten läßt, fahren wir erst einmal ins nahegelegene Udnabo zum Abendessen. Dort ergibt sich Gelegenheit zu dem ein oder anderen Gitarrenspiel.

Nach dem Essen sieht Lasha, unser lokaler Fotograf recht zufrieden mit sich (und hoffentlich auch uns) aus.

AUf der Rückfahrt gibt es dann noch einen Stopp an der schon bekannten Stelle, diesmal mit Dämmerung.

Tag 4

Heute gibt es eine recht große Rundreise.

Ein Marktbesuch

Es geht über den Gomborri-Paß nach Telavi zu einem Marktbesuch. In diesem Fall ist es eine offene Halle, der Markt erinnert an die Gepflogenheiten auf arabischen Märkten, allerdings mit einer deutlich ruhigeren Grundstimmung und auch mit mehr Platz für den fremden Besucher. Natürlich finden sich auch hier die typischen Marktfrauen, trotz der Sprachbarriere gibt es immer wieder Kontakte und ‚kleine Stärkungen‘ für die Reisenden.

Auch der Weinhändler bittet zur Kostprobe.

Eine Weinprobe

Nach dieser Erfahrung – und einem kleinen Snack ‚um die Ecke‘ zur Stärkung für die weiteren Abenteuer, geht es zu einer Weinverkostung auf das Weingut Mosmieri. Der Besucher erkennt auf Anhieb, dass dieses Weingut absolut modern und im Aufbau befindlich ist.

Wer die Weinenstehung insbesondere an der Mosel kennt findet kaum Gemeinsamkeiten.

Dort werden Diskussionen über die beste Hanglage geführt zur optimalen Nutzung der Sonne, Abdeckung des Reben-Bodens mit Schiefer-Splittern um die Wärme zu speichern, Lagerung des Weins ‚im Berg‘, oder auch Weinkeller genannt, um optimale Temperaturen zur Reifung sicherzustellen.

Hier hingegen stehen die Reben in der Ebene – Sonne gibt es genug – der Boden ist immer warm genug, die Lagerung und Reifung erfolgt in Edelstahltanks (und Holzfässern) in klimatisierten Räumen, ohne diese irgendwie in die Erde zu verlagern.

Hinzu kommt die Tatsache, dass hier der Wein sowohl auf die traditionelle georgische Art als auch europäisch produziert wird.

Dies hier ist die Moderne.

Mir stellt sich die Frage, ob die Vorgehensweise sich aufgrund der entstehenden Energiekosten nicht im Laufe der Jahre noch verändern wird.

ein Kloster-Tripel

nach dieser heiteren Weinprobe steht der Besuch von 3 Klöstern auf dem Programm.

Natürlich gibt es auf dem Weg dahin wieder Kontakt mit dem Landleben in Form von Schafherden.

Wir besuchen nacheinander die Klöster Gremi, Ikalto und Alavedi. Ersteres sichten wir nur von Außen, in zweiterem sind leider keine Innenaufnahmen erlaubt, die Kirche von Alavedi ist hingegen frei zugänglich.

Es zeigt sich, dass an den Klöstern nicht nur die Mönche um eine milde Gabe bitten, sondern auch die ortsansäßigen Hunde.