2017: 21. – 28.Juli, Irlands Westen

Tag 4: Hochmoor, Hummer und Algen

Der nächste Tag war der näheren Umgebung reserviert. Zuerst ging es ins Hochmoor, über die Bog Road.   Die vierbeinigen, wolletragenden Einwohner haben uns Eindringlinge mißtrauisch beäugt und sind im Zweifelsfall auf von uns nicht belagerte Flächen ausgewichen. Die Landschaft hat zu Panaramafotos geradezu aufgefordert, aber ebenso konnten pictoreske Details abgelichtet werden.
 
 
Auch heute war wieder eine Stärkung in einem örtlichen Pub vorgesehen. Diesmal war es der in Roundstone, einem kleinen Dorf mit Hafen zur Hummer-zucht und -fischerei. Sowohl der Pub als auch der Hafen waren es wert, fotografisch betrachtet zu werden.
 
 
Der letzte fotografische Stop für heute war die Küste bei Ballyconneley. Insbesondere bei Niedrigwasser war der Kontrast zwischen den gelblichen Blasen-Algen und der Umgebung sehenswert. Auf dem Weg zu den besten Standpunkten durfte der ein oder andere lernen, dass diese Algen auf nassen Steinen absolut keinen Halt haben, was dann auch für darauf herumkletterne Zweibeiner gilt. Letzere hatten dann das Vergnügen einer Rutsch-Tour auf den Allerwertesten.   Sobald die Freude aufkam, dass man die Orte dieser hinterhältiger Zusammenarbeit überwunden hatte, wuchs schnell die Einsicht, dass der Watt-Boden eher einen Sumpf darstellte, der freundlicherweise ein Einsinken bis zum Knöchel gestattete. Trotz der feindlich gesonnen Landschaft entstanden auch hier interessante Aufnahmen.   Am Ende des Tages war offensichtlich auch unser Reiseleiter zufrieden. Vielleicht besonders deshalb, weil es keine folgenschweren Unfälle gab.
 
 

Tag 5: Ein Bach, Brandung und Algen

  Der nächste Tag ist wieder einigen Orten gewidmet, die ein durchreisender Tourist vermutlich nicht wahrnimmt. Da in der Gruppe der Wunsch bestand, mal so einen richtigen ‚verwunschenen‘ irischen Wald zu besuchen (und abzulichten) ging es aufgrund eines Tipps unserer Wirtin nach Ballynahinch. Die stellte sich als Geheimtipp heraus.   Wetterbedingt musste die ursprüngliche Absicht, in den Wald zu gehen, fallengelassen werden. Ersatzweise haben sich ein paar Meter weiter bei Sonnenschein einige sehr schöne fotogene Spots aufgetan. Die Gemeinsamkeit war der hindurchfließende Bach, Stromschnellen, Sonne und kein Wald.   Nach der obligatorischen Stärkung – diesmal nicht in einem Pub, sondern vor einer Mischung aus ‚Getränkeausgabestelle‘, Kiosk und Supermarkt   Frisch gestärkt ging es auf die Gezeiteninsel Omey Island. Bei Niedrigwasser kann diese mit dem Auto über das Watt erreicht werden. Die Stunden vergingen wie im Fluge bei einer Mischung aus fotografischer Neugierde für das im Wind tosende Meer mit Sonnen-Bestrahlung und dem Bedürfnis, sich einfach die Zeit zu nehmen, die Kräfte der Natur zu beobachten und auf sich wirken zu lassen. Die Zeit reichte auch, sich der fortgeschrittenen Algen-Fotografie zu widmen.   Und wer nur wenige Minuten zu spät wieder am Treffpunkt war, wurde auch von einem ordentlichen Regenguss bei starken Windböen empfangen. Bei uns stellte sich die Vermutung ein, dass der Rest des Nachmittags dem Regengott gewidmet ist, aber dies war mal wieder ein touristisches Vorurteil. Nach 30 Minuten war der Spuk vorbei.
 
 
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7 Antworten auf „2017: 21. – 28.Juli, Irlands Westen“

  1. Danke für das teilen ich habe sogar der schild von den Burren Perfumery wo ich mein Parfum immer noch bestelle eben The man Of Arran

  2. Mensch Georg !
    Dein Blog ist ja super. An dir ist ein toller Reisejournalist verloren gegangen! Willst du nicht den Beruf wechseln? Oder du übernimmst die eine oder andere Reiseleitung bei FREIRAUM …. !!!
    LG von Gabi Holthaus

    1. Hallo Gabi,
      vielen Dank für die Blumen. Freut mich, wenn dir dieser Bericht gefällt. Du kannst dir ja auch mal die anderen anschauen 🙂
      Allerdings ist es so, dass mir mein Beruf durchaus gefällt, und ich bin mir recht sicher, dass ich dort mehr verdiene als ein durchschnittlicher Reisejournalist. Von letzeren gibt es ja genug die das im Gegensatz zu mir gelernt haben und daher die Nase deutlich vorne haben. So kann ich die Fotografie als schönes Hobby behalten. 🙂
      Und für die Auswahl der Reiseleiter bei Freiraum bin ich nicht zuständig, und Bernd als Maßstab stellt hier auch sicherlich eine große Hürde dar. Aber die Freiraum-Zuständigen lesen sicherlich den ein oder anderen Blog mit ohne dies im Kommentar zu verewigen … 🙂
      Gruß
      Georg

  3. Ein sehr schöner Bericht, stimmig und kurzweilig geschrieben, mit den passenden Bildern voll Stimmung und „Seele“.
    Auch wenn Irland nicht so „mein Land“ ist, macht der Blog mir doch Lust auf mehr.
    Viele Grüße
    Jens

  4. Hallo Georg – ein toller Bericht – und wunderbare Bilder – das macht so richtig Lust darauf, sofort die Koffer zu packen, die Fotoausrüstung in den Rucksack und loszufahren. Also Irland muss unbedingt noch auf unsere Wunschliste neben Island, Färöer, Schottland und und und ..
    Ein ganz irrer Traum ist, in Irland die „Pub zu Pub-Tour“ zu machen, aber da es da so viele gibt, kommt man wohl in 2 Wochen nicht weit. Und man könnte diese Tour aufgrund der Pub-Dichte vermutlich zu Fuß machen.
    Liebe Grüße von Iris und Herbert

    1. Hallo Herbert,
      freut mich dass es dir wieder gefällt.
      die Pub-Tour klingt richtig gut, insbesondere bei den Erfahrungen die wir bei dieser Reise hier gemacht haben.
      Aber ich möchte mal ein Beispiel aus Clifden etwas ausführen: Die schöne Kleinstadt hat ca. 2600 Einwohner, ist eher nicht so zentral gelegen und hatte in 2min Fußreichweite von Hotel schon 5 Pubs mit abendlicher Life-Musik. Und ich befürchte, ein paar habe ich dabei übersehen. Wenn man also kein Pub-Hopping im 10min Takt betreiben will sondern auch mal Atmosphäre und Musik geniessen wird das eine ziemlich lange Tour durch Irland, denn Clifden braucht schon 1 Woche !
      Wir sehen uns dann demnächst auf den Faröern oder in Schottland oder Irland oder Bretagne oder … (Heidelberg?) 🙂
      Gruß Georg

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